Zuflucht LXXXI

zuflucht LXXXI

warum suche ich dich, bruder
und gehe im stillen nebel weiter

obwohl ich nicht mehr kann
und mir alles tränen in die augen schreibt

meine stirn fällt gebrochen
gegen dein weißes, imaginiertes kleid, zauberreiter

ein anker, den der letzte funken hoffnung
in meine erstickte seele treibt

Zuflucht LXXIX

zuflucht LXXIX

wem traue ich
wenn kaum etwas so ist
wie es scheint

wem gebe ich die hand
wenn vieles an
unverbindlichkeiten, berechnung und verdeckten karten keimt

wem erzähle ich was
wenn klar ist
dass worte sich verdrehn oder versickern

zu wem gehe ich
wenn ich schutz suche
ein ehrliches lächeln aus freien stücken

wo alles gut ist
voller sympathie und ohne zwang
mit gutem gewissen

Zuflucht LXXV

zuflucht LXXV

allein vor den letzten züngelnden flammen
allein mit der wärmenden glut in der dunkelheit

kraniche rufen zum frühling
eine halbwilde katze stirnt meine flanke

erinnerung an zahllose lagerfeuer
im garten meiner kindheit